Quai d’Orsay

Spielfilm | FR 2013 | 113' | OmeU

Im Februar 2003 hielt der französische Außenminister Dominique de Villepin vor dem UN-Sicherheitsrat eine eloquente Rede gegen den drohenden Irakkrieg. Am Ende brandete Applaus auf – eine ungewöhnliche Geste an diesem Ort. Altmeister Bertrand Tavernier hat die Entstehungsgeschichte der Rede in Form einer Politsatire verfilmt, als Vorlage diente ihm dabei ein Comic von Christophe Blain. Aus Villepin wird hier Alexandre Taillard de Vorms, ein politischer Wirbelwind und Schaumschläger allererster Güte. Gerne traktiert er seine Mitarbeiter mit Weisheiten des griechischen Philosophen Heraklit und lässt wichtige Verpflichtungen hintenan stehen, wenn er stattdessen mit einer Literaturnobelpreisträgerin speisen kann. QUAI D’ORSAY ist zugleich sehr französisch – welcher deutsche Minister zitiert lieber Philosophen als Statistiken? – und universell: Die Darstellung des Büroalltags im Außenministeriums dürfte jeder Angestellte mit einem Schmunzeln wiedererkennen. Die Eitelkeit der Politik wird auf die Schippe genommen, ohne aber einer billigen Politikverdrossenheit in die Hände zu spielen: De Vorms mag ein Schwätzer und intellektueller Gernegroß sein, aber das mit voller Leidenschaft und unbestreitbarem Charisma. Eine der besten Politsatiren seit langem.

Director
Bertrand Tavernier
Script
Antonin Baudry, Christophe Blain, Bertrand Tavernier
Producers
Frédéric Bourboulon, Jérôme Seydoux
Photography
Etienne George
Editor
Guy Lecorne
Sound
Jean-Marie Blondel
Production Design
Emile Ghigo
Costumes
Caroline de Vivaise
Principal Cast
Thierry Lhermitte, Raphaël Personnaz, Niels Ares Trup, Bruno Raffaelli, Julie Gayet, Anaïs Demous Tier

International Sales

PATHÉ INTERNATIONAL
2, Rue Lamennais
75008 PARIS France
www.patheinternational.com

Ausgewählte Filmografie Bertrand Tavernier

L’HORLOGER DE SAINT PAUL (1974), UN DIMANCHE À LA CAMPAGNE (1984), AUTOUR DE MINUIT (1986), L’APPÂT (1995), IN THE ELECTRIC MIST (2009)