Julien Donkey-Boy

Spielfilm | USA 1997 | 89' | OV

Mit einer Gasmaske über dem Gesicht tanzt Werner Herzog im Wohnzimmer zu Bluesmusik, sein (Film-)Sohn liefert sich auf der Straße einen Ringkampf mit einer Mülltonne und Julien führt im Keller Selbstgespräche mit Hitler – Willkommen in der bizarren Welt von JULIEN DONKEY-BOY. So exzentrisch Harmony Korines zweiter Spielfilm wirkt, er ist sein biographischster. Gedreht wurde u.a. bei (und mit) seiner Großmutter im Wohnzimmer, gewidmet hat er den Film seinem Onkel, der genauso wie Titelfigur Julien (Ewan Bremner aus TRAINSPOTTING) unter Schizophrenie leidet. Korines Ziel war es, ein realistischeres Bild von der Krankheit zu zeichnen, als es Hollywood mit seinen tränenrührigen Dramen gelingt. Dafür hielt er sich (zumindest weitgehend) an die Regeln des DOGMA 95 – JULIEN DONKEY-BOY war der erste amerikanische Film, der nach den Geboten der dänischen Filmemacher rund um Lars von Trier entstand. Wie von Trier mit seinem Dogma-Film IDIOTEN gelingt Korine eine ebenso verstörende wie komische und am Ende auch anrührende Annäherung an Menschen mit psychischen Störungen.

Producers
Scott Macaulay, Robin O'Hara, Cary Woods
Director
Harmony Korine
Script
Harmony Korine
Photography
Anthony Dod Mantle
Editor
Valdis Oskarsdottir
Sound
Brian Miksis
Music
Tracy McKnight
Casting
Kerry Barden, Lori Eastside, Billy Hopkins, Suzanne Smith
Principal Cast
Ewen Bremner, Chloë Sevigny, Werner Herzog, Brian Fisk, Joyce Korine
Production Companies
391 Productions/Forensic Films/Independent Pictures