Preisverleihungen

Filmpreis Köln

Tarsem wurde im September 2011 auf der Cologne Conference mit dem Filmpreis Köln ausgezeichnet. Der indische Regisseur Tarsem Singh gilt schon lange als visuelles Wunderkind der internationalen Filmemacher-Gemeinde. Seine Musikvideos (darunter das mehrfach preisgekrönte für R.E.M.s Hit »Losing My Religion«) und Werbespots (darunter einige legendäre Pepsi-Commercials) sorgten international für Aufsehen. Sein Debütfilm THE CELL, dem Drehbuch nach ein gewöhnlicher Horrorthriller, der größtenteils im kranken Gehirn eines Serienkillers spielt, diente ihm dann gleich dazu, seine visionäre Palette aus ebenso verstörenden wie betörend schönen Bildern auszubreiten. Seinen zweiten Film, das Herzensprojekt THE FALL finanzierte Tarsem fast komplett aus eigener Tasche und drehte über vier Jahre in über 20 Ländern auf vier Kontinenten. Sein dritter Spielfilm KRIEG DER GÖTTER kommt am 11.11.2011 weltweit in die Kinos.

 

TV Spielfilm-Preis

Der Drehbuchautor und Regisseur Todd Haynes ist der Gewinner des TV Spielfilm-Preises 2011. Er kam einst als Kunststudent nach New York, drehte Kult-Kurzfilme, gewann mit seinem Langfilmdebüt das Sundance-Festival und war von da an nicht mehr zu stoppen:

Seine oft kontroversen, komplexen und künstlerisch hochwertigen Filme POISON, SAFE, VELVET GOLDMINE, FAR FROM HEAVEN und I’M NOT THERE brachten dem heute 50jährigen Filmemacher Preise in Venedig, Berlin und Cannes sowie eine Oscarnominierung als bester Regisseur ein. Seine gefühlvollen, nachdenklichen Filme zeichnen sich durch die elegante Auflösung von festgefahrenen Strukturen aus – seien es bürgerliche Werte, sexuelle Geschlechterbilder oder dramaturgische Konventionen. Haynes erhält den Preis für seine HBO-Miniserie MILDRED PIERCE, die in diesem Jahr in der »TopTen«-Reihe auf der Cologne Conference zu sehen ist.

 

The Hollywood Reporter Award

Der britische Drehbuchautor und Produzent Paul Abbott, Preisträger des Hollywood Reporter Awards 2011, ist für das Publikum der Cologne Conference bereits ein alter Bekannter: Er war als Autor und Produzent an der Krimiserie FÜR ALLE FÄLLE FITZ beteiligt, er erfand die britische Sozial-Sitcom SHAMELESS und die Politthriller-Miniserie STATE OF PLAY – alles Programme, die in der Cologne Conference vorgestellt wurden. Auch in diesem Jahr ist Abbott wieder im Programm vertreten, diesmal mit gleich zwei neuen Serien: Seiner kongenialen US-Adaption der eigenen Serie SHAMELESS, der Geschichte einer verwahrlosten, verarmten, bunten und lebenshungrigen Familie in der South Side von Chicago; und mit der Miniserie EXILE, einer investigativ-persönlichen Vater-Sohn-Verschwörungsgeschichte.

 

Deutscher Casting-Preis

Die in der Öffentlichkeit noch immer weitgehend unbekannte Arbeit des Casters ist ebenso komplex wie essentiell: Mit Hilfe von Bändersichtung und persönlichen Treffen, mit Diplomatie und Menschenkenntnis versucht man, lange vor dem ersten Drehtag zu beurteilen, ob ein unbekannter Newcomer, ein gehypter Star oder ein fast vergessener Veteran das Zeug mitbringt, um einer Rolle das gewisse Etwas zu verleihen.
Von der Casterin Sophie Molitoris ist man diesbezüglich inzwischen Wundertaten gewöhnt: Seit die studierte Kunsthistorikerin und Philosophin 1988 ihre eigene Casting-Agentur gegründet hat, findet sie neue oder vermeintlich bekannte Gesichter für außergewöhnliche Rollen. Berühmt wurde sie für ihre Arbeit mit Fatih Akin und dem kompliziert zu besetzenden Kino der Kulturen in Deutschland, aber in den letzten 23 Jahren hat sie für zahlreiche Kino- und TV-Produktionen überraschende und überzeugende Darsteller aus dem Hut gezaubert.

Für ihre Besetzung der »Herr Lehmann«-Prequels NEUE VAHR SÜD erhielt Sophie Molitoris 2011 den Deutschen Casting-Preis.