Preisträger (2004)

Die Preisträger 2004

Casting-Preis 2004 für Risa Kes

Zum achten Mal vergibt die Cologne Conference in Kooperation mit der Colonia Media diesen Preis für herausragende Casting Leistungen. Damit soll die besondere Bedeutung der Besetzung von Film- und Fernsehproduktionen gewürdigt werden. Zudem unterstreicht der Preis den Wert eigenständiger, professioneller Casting-Agenturen für eine schöpferische Film- und Fernsehbranche. Der Preis wird Personen zuerkannt, die durch ihre Casting-Leistung aktuelle Film- oder Fernsehproduktionen maßgeblich geprägt haben und über einen längeren Zeitraum immer wieder Gespür für das richtige Ensemble beweisen.

Den Casting Preis 2004 erhält Risa Kes. Seit ihr Name 1979 im Abspann von Peter Lilienthals Film DAVID zum ersten Mal auf der Leinwand erschien (es war eine Berliner Leinwand und DAVID gewann den Goldenen Bären), hat sie kontinuierlich unter Beweis gestellt, dass Casting ein immens wichtiger Teil im Gesamtkunstwerk Film ist. Als die Besetzungsbranche in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte und eine belächelte Hilfswissenschaft im kreativen Prozess war, setzte Risa Kes auf professionelle Standards und ihr sicheres Gespür für die richtigen Typen. Schon 1981 gründete sie gemeinsam mit An Dorthe Braker und Sabine Schroth eines der ersten Castingbüros in München und gilt mit Fug und Recht als Branchenpionierin. Seitdem hat Risa Kes in einer außergewöhnlichen Bandbreite von Arbeiten für internationale Blockbuster, deutsche Großproduktionen, ambitionierte Autorenfilme und berührende Fernsehspiele bewiesen, dass eine einfühlsam ausgewählte Besetzung mit Mut zur originellen Lösung einer der Schlüsselschritte auf dem langen Weg vom raschelnden Drehbuch zum mitreißenden Film ist. (Eine Auswahl ihrer Werke finden Sie auf der gegenüberliegenden Seite, selbst die Highlights würden den Rahmen dieser Laudatio sprengen). Die Cologne Conference gratuliert Risa Kes zum Casting Preis 2004.

Produzenten-Preis 2004 für Stefan Schubert und Ralph Schwingel

Seit 1998 vergibt die Cologne Conference gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten einen Preis für hervorragende Leistungen eines Film-/Fernsehproduzenten. Damit soll der Bedeutung entsprochen werden, die der kreativen und organisatorischen Arbeit eines Produzenten bei der Erstellung qualitativ hochwertiger Film- und Fernseharbeiten zukommt. Preiswürdig ist dabei nicht allein die Produktion eines herausragenden Einzelstückes, sondern auch die kontinuierliche Arbeit der Produzenten an der Weiterentwicklung von qualitativen Standards.

Der Produzenten-Preis 2004 geht an Stefan Schubert und Ralph Schwingel. Seit der Gründung der WÜSTE Filmproduktion 1989 haben die Preisträger fast 30 Kinofilme, Dokumentarfilme, Fernsehfeatures und Kurzfilme produziert. Wer Klischees mag, wird sich wundern, dass zwei Diplompsychologen überhaupt einen Film zustande bringen. Wer ihre Filme liebt, liebt meist gerade die ungewöhnlichen Stoffe und die psychologische Dichte der Figuren. Ein weiteres Markenzeichen der WÜSTE-Filme ist die Grenzüberschreitung, sei es der Kampf mit den tatsächlichen politischen Grenzen IM JULI, sei es das kulturelle Grenzgängertum der Protagonisten in SOLINO, ANAM, KURZ UND SCHMERZLOS oder AUF DER KIPPE. Angesichts der präzisen Beobachtung und der Originalität ihrer Produktionen wundert es dabei wenig, dass Schubert und Schwingel sich die Förderung junger Talente auf die Fahnen geschrieben haben. Fatih Akin, dessen GEGEN DIE WAND jüngst mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, ist eine ihrer Entdeckungen und auch von Buket Alakus (ANAM) und Felix Randau (NORTHERN STAR) wird man in Zukunft wohl noch öfter hören.

Autoren-Preis 2004 für Michael Gutmann

Auch in diesem Jahr verleiht die Cologne Conference gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten und Network Movie einen Preis für herausragende Leistungen eines Drehbuchautors. Damit wird die Bedeutung des Autoren für die Vorbereitung, Durchführung und das Gelingen einer bemerkenswerten Fernseh- oder Filmproduktion gewürdigt. Der Preis zeichnet nach dem Statut herausragende Autorenpersönlichkeiten aus, deren Arbeiten in Erzählformen und Themen Film und Fernsehen bereichert haben.

Der Autoren-Preis 2004 geht an Michael Gutmann. Er arbeitete als Comiczeichner, bevor er ein Studium an der HFF München absolvierte. Er begann zunächst als Regisseur von TV-Serien zu arbeiten. 1995 ist es ein Tatort, DER KÖNIG KEHRT ZURÜCK, mit dem sich Gutmann auch als Drehbuchschreiber profliert. Im gleichen Jahr entsteht die Coming-of-Age-Geschichte NACH FÜNF IM URWALD, ein lebendiges Sittenbild mit vielen plastischen Momenten, das auf grelle Überzeichnungen und polternde Komik verzichtet. So subtil wird der Loslösungsprozess eines Teenagers von seinen Eltern entwickelt, dass das Alltägliche zur ganz eigenen Sensation wird. Es ist die erste gemeinsame Arbeit mit dem Regisseur Hans-Christian Schmid. Aus der »Drehbuchwerkstatt« der beiden entstehen auch in den folgenden Jahren herausragende Stücke. Vor allem 23 (1998) und LICHTER (2003) sind bravourös entwickelte Bestandsaufnahmen deutscher Wirklichkeit, die komplizierte soziale Verhältnisse in kleine Geschichten umsetzt.

Diese Qualitäten blieben der Kritik nicht verborgen. 1996 wurde das TV-Drama NUR FÜR EINE NACHT mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Hier kommt wie auch in seinem letzten Kinofilm HERZ IM KOPF (2001) die so oft bemühte Qualität im Populären zum Tragen – mit intelligentem Humor erzählte Alltagsgeschichten, die eine verblüffende Komplexität freisetzen.

TV-Spielfilm-Preis 2004 „State of Play“ von David Yates

Der diesjährige TV-Spielfilm-Preis geht an STATE OF PLAY von David Yates. Die Cologne Conference gratuliert David Yates.

PHOENIX-Preis 2004 „One Shot“ von One Shot Productions Ltd.

Der PHOENIX-Award 2004 geht an die Produktion ONE SHOT von One Shot Productions Ltd. Die Cologne Conference gratuliert zum Preis.