Preisträger (2003)

Casting-Preis 2003 für Sabine Schroth

Seit 1997 wird beim Internationalen Fernseh- und Filmfest Köln (Cologne Conference), in Kooperation mit der Colonia Media, ein Preis für herausragende Casting-Leistungen verliehen. Damit soll der Bedeutung entsprochenwerden, die der Arbeit an der schauspielerischen Besetzung von Film- und Fernsehproduktionen zukommt. Zudem soll nach dem Statut mit der Auszeichnung der Wert eigenständiger, professioneller Casting-Agenturen für eine schöpferische Film- und Fernsehbranche gewürdigt werden. Dabei soll der Preis Personen zuerkannt werden, die durch ihre Casting-Leistung aktuelle Film- oder Fernsehproduktionen maßgeblich geprägt oder über einen längeren Zeitraum immer wieder Gespür für das richtige Ensemble bewiesen haben.

Den Casting Preis 2003 erhält Sabine Schroth. Seit 1981 ist sie maßgeblich an deutschen und internationalen Großproduktionen wie DER NAME DER ROSE, HOMO FABER, DER STELLVERTRETER und ROSENSTRAßE beteiligt gewesen. Besonderen Anteil hatte sie auch am Siegeszug deutscher Komödien in den 90er Jahren. KLEINE HAIE, DAS SUPERWEIB und IRREN IST MÄNNLICH sind nur einige der Filme, die von ihrem Riecher für spannungsvolle Darstellerkonstellationen profitierten. Dabei hatte Sabine Schroth ein besonderes Gespür für Entdeckungen. Die »Kleinen Haie« sind heute Stars; sie castete Frank Giering für seine erste Kinorolle und machte Stefan Kurt zum »Schattenmann«. Neben Kinoproduktionen ist der Name Sabine Schroth aber auch untrennbar mit großen Fernsehmomenten verbunden. VIA MALA, VÄTER UND SÖHNE, DER GROßE BELLHEIM, GEGEN ENDE DER NACHT und jüngst IM SCHATTEN DER MACHT – alles aufwändige Ensemblestücke die nicht zuletzt Sabine Schroths sorgfältiger und einfühlsamer Arbeit ihr Gelingen verdanken.

Die Cologne Conference gratuliert Sabine Schroth zum Casting Preis 2003.

Produzenten-Preis 2003 für Martin Hagemann und Thomas Kufus

Seit 1998 vergibt das Internationale Fernseh-und Filmfest Köln (Cologne Conference) gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten einen Preis für hervorragende Leistungen eines Film-/ Fernsehproduzenten. Damit soll nach dem Statut der Bedeutung entsprochen werden, die der kreativen und organisatorischen Arbeit eines Produzenten bei der Erstellung qualitativ hochwertiger Film- und Fernseharbeiten zukommt.

Der Produzenten-Preis 2003 geht an Martin Hagemann und Thomas Kufus.

1990 gründen die Filmpraktiker – Herstellungsleiter der eine, Dokumentarfilmregisseur der andere – in einer Berliner Wohnung die zero film. Schon 1991 gelingt mit Thomas Kufus’ BLOCKADE, einer eindringlichen Dokumentation des Leningrader Kessels zwischen Weltgeschichte und individuellem Schicksal, ein internationaler Erfolg. 1992 folgt mit MENSCHEN SIND WIE WÖLFE der erste Spielfilm. Sie produzieren »Kleine Fernsehspiele« und große Kinoproduktionen, bieten Nachwuchs- und Autorenfilmern ein professionelles Arbeitsumfeld und führen mit dem mehrfach ausgezeichneten BLACK BOX BRD einen Dokumentarfilm zum Erfolg an den Kinokassen. 2002 beweisen sie, dass auch Reality-Formate anspruchsvolle Unterhaltung sein können: SCHWARZWALDHAUS 1902 wird für die ARD zum Überraschungserfolg und durch den Grimme-Preis geadelt. Doch ihre Arbeit ist nicht nur in der Heimat erfolgreich. 2002 realisieren sie Alexandr Sokurovs VATER UND SOHN, der in diesem Jahr Wettbewerbsbeitrag in Cannes war.  Mit Martin Hagemann und Thomas Kufus ehrt die Cologne Conference zwei Produzenten, die mit großem Einsatz und Mut eine Plattform geschaffen haben für unabhängige, engagierte Produktionen – im Schnittfeld von Kino und Fernsehen, von Spielfilm und Dokumentation.

Die Cologne Conference gratuliert den Produzenten Martin Hagemann und Thomas Kufus zum Produzenten-Preis 2003.

Autoren-Preis 2003 für Alexander Adolph

Auch in diesem Jahr verleiht das Internationale Fernseh- und Filmfest Köln (Cologne Conference) gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten und Network Movie einen Preis für herausragende Leistungen eines Drehbuchautors. Schon zum vierten Mal wird damit die Bedeutung gewürdigt, die der Arbeit eines Autors für die Vorbereitung, Durchführung und das Gelingen einer bemerkenswerten Fernseh- oder Filmproduktion zukommt.

Der Autoren-Preis 2003 geht an Alexander Adolph. Als er 1995 sein erstes Drehbuch beginnt – den Düsseldorfer TARTORT: DER SPEZIALIST – schmücken schon eine Ausbildung zum Volljuristen, einige Jahre Journalismus und mehrere Hörspiele seine Vita. Seinem Erstling folgt der Münchener TARTORT: DER TEUFEL. 2001 schreibt Adolph den TARTORT DES JAHRES: IM FREIEN FALL, eine tragische Krimigroteske im Kunstfälschermilieu, die Kritiker, Publikum und die Jury des Grimme-Preises gleichermaßen begeistert. Für die ZDF-Serie UNTER VERDACHT zieht er 2002 erneut alle Register. Um die Kriminalrätin Eva Maria Prohacek – grandios verkörpert von Senta Berger – baut Adolph eine Welt von Lügnern, intriganten Opportunisten und skurrilen Versagern. Ob verschlagen säuselnd, knochentrocken oder mit bösartiger Schärfe, in den Dialogen geht es zur Sache wie sonst selten im deutschen Fernsehen. In einem Satz werden aus Siegern Verlierer, entblößen hartgesottene Zyniker ihre Seelen. All dies gelingt ihm mit einer beneidenswerten Ökonomie der Mittel, ein Erbe des Hörspiels vielleicht, wo ein Satz eine Welt beschwören muss. Dabei nutzt Alexander Adolph das scheinbar enge Korsett des Krimis, indem er es mit einer überbordenden Vielfalt von burlesken, dramatischen und tragischen Versatzstücken anfüllt.

Die Cologne Conference gratuliert Alexander Adolph zu seiner Arbeit und würdigt sie mit dem Autoren-Preis 2003.